Das Herz des Kriegers

Über 40 Jahre Taucher in der Bundesmarine.
Einer der Besten weltweit, sagten sie …

Auf den ersten Blick
der Lebenslauf eines Helden.
Sein Körper trainiert für
die extremsten Bedingungen.

Sein Geist, geschult in Effizienz,
Fokus, Strategie,
Kontrolle, Überlebensinstinkt.

Doch sein Herz?
Eine uneinnehmbare Festung.

Er hatte sich selbst ausgesperrt.

Ich kannte ihn nur flüchtig über eine
gemeinsame Bekannte.

Doch dann hatte ich diesen Traum.

Klar und deutlich,
wie damals bei dem kanadischen Medizinmann.

Ich wusste, was für sein Herz zu tun war.

Sollte ich es ihm wirklich schreiben?

Ich zögerte kurz. 

Doch was, wenn es wieder ein ‚HerzNotRuf‘ war?

Also schrieb ich ihm.
Und - Überraschung, er antwortete.

Wir verabredeten uns.
Bis zum letzten Moment erwartete ich,
dass er absagen würde.
Doch er kam.

Die Zugbrücke zum Herzen

Er funktionierte nur aus dem Kopf.
Der Körper unterhalb der Schultern?
Keine Verbindung, Biomaschine.

Er legte seine rechte Hand auf den Solarplexus,
die linke auf seinen HerzRaum.

Ich legte meine Hand darauf
wie ein HerzSandwich,
meine rechte auf seinem Rücken auf Herzhöhe.

‚Atme. Verwurzele dich in die Erde.
Antenne zur Sonne.‘


Es fiel ihm leichter, sich mit dem Himmel
zu verbinden
als mit seinem
eigenen Herzen, verrückt.

‚Nein‘, sagte er, ‚die Verbindung
zum Herzen ist zu gefährlich.‘

Das Herz als Zentrum von LebensEnergie
und LebensKraft?

'Niemals.' - Fatal.


Aber er hatte Zugang zum
sog. Dritten Auge.

Ja, damit konnte er arbeiten.

Der entscheidende Moment
Ich versuchte es nach der Burg und der Zugbrücke anders:

‚Dein Herz ist immerhin wie der SchiffsMotor deines Lebens.
Und du fährst nur auf 10 % Leistung?‘

Wir atmeten es hoch bis immerhin 30%, das reichte ihm.

‚Ist effizient‘, war seine Antwort.

‚Mag vielleicht sein‘, entgegnete ich, ‚aber sehr untertourig.‘

Er blieb skeptisch. Also fragte ich:

Was ist deine größte Angst?‘

‚Schwäche‘, kam ohne Zögern und ziemlich verächtlich.

Niemand würde ihm wohl jemals Schwäche vorwerfen können,
warf ich ein.

Seine mentale und körperliche Stärke war
jahrzehntelang seine erste ÜberlebensStrategie.

Plötzlich nahm er seine Hände herunter.

Er öffnete seinen massiven HerzSchutzPanzer,

nahm meine linke Hand und legte sie
direkt auf seinen HerzRaum.

Legte seine eigene Hand darüber.
Er bemerkte, wie kalt meine Hand wurde,
regelrecht eingefroren.

Ja, ich kann das fühlen.

Doch dann drehte sich das Blatt wieder:

Der Kopf wollte unbedingt die Kontrolle behalten.

Da kam mir (wie immer ;-)
eine rettende Frage in den Sinn:


‚Wenn dein Drittes Auge nur eine einzige Frage
an dein Herz stellen dürfte, welche wäre das?"

Die Frage kam sofort:

‚Was brauchst du, um stark zu sein?‘

BAM.

Ich grinste sehr breit.
‚Besser hätte ich es nicht formulieren können.‘

Es war SEINE Frage.
Sein Kopf hatte sie gestellt.

Und sein Herz kannte die
(einzige) Antwort.

Sein Herz war noch da.
Und es hatte geantwortet.

Warum diese Geschichte?

Weil sie zeigt, dass wahre Stärke in der Verbindung
von Kopf & Geist - Herz & Körper … liegt.

Und dass selbst ein 'Mann aus Stahl'
sein Herz 'wiederfinden' kann.